Strasburg (Uckermark) erinnert an seinen berühmtesten Sohn
120 Jahre nach seiner Geburt ehrte die Stadt Strasburg (Um.) ihren bekanntesten Sohn – den Boxweltmeister, Unternehmer und Menschenfreund Max Schmeling – mit einer besonderen Veranstaltung: der Radtour „Auf den Spuren von Max Schmeling“.
Bei strahlendem Herbstwetter versammelten sich rund 30 Teilnehmende auf dem Strasburger Marktplatz, wo Bürgermeister Klemens Kowalski mit einer eindrucksvollen Ansprache an das Leben und Wirken Schmelings erinnerte. Seine Worte zeichneten das Bild eines Mannes, der aus einfachen Verhältnissen stammte und sich mit Zielstrebigkeit, Disziplin und Haltung an die Weltspitze des Boxsports kämpfte.
Schmeling, 1905 in Klein Luckow geboren, erlernte zunächst einen kaufmännischen Beruf, bevor er seine Leidenschaft für das Boxen entdeckte. Früh wechselte er ins Profilager, kämpfte sich in Berlin an die nationale Spitze und errang 1930 den Weltmeistertitel im Schwergewicht. Millionen verfolgten seine Kämpfe im Radio – sein Name stand für Fairness, Präzision und Ruhe. Besonders in Erinnerung blieb der legendäre Sieg gegen Joe Louis im Jahr 1936 in New York.
Doch die Rede auf dem Marktplatz betonte auch die menschliche Seite Schmelings: seine Loyalität, als er 1935 trotz politischen Drucks die Zusammenarbeit mit seinem jüdischen Manager Joe Jacobs fortsetzte, seine Bescheidenheit, seine Treue zu seiner Frau Anny Ondra und sein soziales Engagement nach der aktiven Karriere. Schmeling zeigte Haltung – nicht nur im Ring, sondern im Leben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er als Unternehmer neu. Mit einer Coca-Cola-Lizenz gründete er ein erfolgreiches Getränkeunternehmen, schuf Arbeitsplätze und engagierte sich für soziale Projekte. Für seine Leistungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Große Bundesverdienstkreuz.
Im zweiten Teil der Gedenkveranstaltung, direkt vor Schmelings Geburtshaus in Klein Luckow, sprach Bürgermeister Kowalski über die Bedeutung seines Lebenswerks für die Gegenwart. Drei Gedanken stellte er in den Mittelpunkt: Herkunft ist Start, nicht Grenze. – Erfolg braucht Haltung. – Jede Lebensphase kann Sinn stiften.
Diese Werte, so Kowalski, seien auch heute aktuell: „Wenn wir den Namen Max Schmeling aussprechen, denken wir an Stärke und Fairness, an Mut und Bescheidenheit – und daran, dass Weltklasse und Anstand zusammenpassen.“
Die Teilnehmenden radelten die etwa 25 Kilometer lange Radtour bei schönstem Wetter. Die Strecke führte vom Marktplatz Strasburg über Wismar nach Klein Luckow zum Geburtshaus Max Schmelings, weiter zum Demenzsee sowie über Rosenthal und Schwarzensee zurück nach Strasburg (Um.). Unterwegs boten sich zahlreiche Gelegenheiten, die Landschaft zu genießen und innezuhalten.
So wurde der 120. Geburtstag nicht nur zum Rückblick auf ein außergewöhnliches Leben, sondern auch zu einem Tag der Begegnung, Bewegung und Erinnerung – ganz im Sinne von Max Schmeling, der immer beides verband: Stärke und Menschlichkeit.
Text/Fotos: Anne Collier
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