Bei der aktuellen Fortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Vorpommern hat Bürgermeister Klemens Kowalski eine umfangreiche Stellungnahme eingereicht. Dabei unterstützt er grundsätzlich die Entwicklung des ländlichen Raums und den Ausbau erneuerbarer Energien. Gleichzeitig macht er deutlich, dass Strasburg (Um.) aus seiner Sicht bei der Windkraftplanung seit Jahren benachteiligt wird.
„Strasburg (Um.) darf nicht weiter umzingelt werden“
Ein Schwerpunkt seiner Stellungnahme ist die besondere Lage Strasburgs (Um.) an der Grenze mehrerer Planungsregionen.
Während andere Städte meist nur von einer Planungsbehörde betroffen sind, liegt Strasburg (Um.) am Schnittpunkt der Planungsregionen Vorpommern, Mecklenburgische Seenplatte und Uckermark-Barnim in Brandenburg.
„Jede Region plant für sich. Niemand betrachtet die Gesamtauswirkungen auf Strasburg (Um.) “, kritisiert Kowalski.
Aus seiner Sicht ist genau das das Kernproblem. Windparks würden nicht nur auf dem Gebiet einer einzelnen Gemeinde wirken. Für die Menschen seien die Auswirkungen über Regions- und Landesgrenzen hinweg sichtbar und spürbar.
Deshalb fordert der Bürgermeister, dass erstmals die gesamte Situation rund um Strasburg (Um.) untersucht wird. Dabei sollen alle bestehenden und geplanten Windgebiete gemeinsam betrachtet werden.
„Strasburg (Um.) trägt die Belastungen aus drei Planungsregionen, hat auf viele dieser Entscheidungen aber kaum Einfluss. Das ist auf Dauer nicht gerecht“, so Kowalski.
Freie Horizonte erhalten
Besonders deutlich wird der Bürgermeister bei der Frage weiterer Windparkflächen im Umfeld der Stadt.
Nach seiner Auffassung sind die Belastungen für Strasburg (Um.) bereits heute sehr hoch. Deshalb fordert er, auf zusätzliche Windgebiete im Nahbereich der Stadt möglichst zu verzichten und die vorhandenen freien Landschaftsräume zu erhalten.
Kowalski spricht dabei bewusst nicht nur über einzelne Anlagen, sondern über das Gesamtbild der Stadt.
„Jede Stadt braucht auch freie Blickrichtungen und Räume für ihre Entwicklung. Wenn immer neue Windfelder hinzukommen, geht irgendwann etwas verloren, das sich nicht zurückholen lässt.“
Der Bürgermeister fordert deshalb, dass bei zukünftigen Entscheidungen nicht nur Flächenziele und Stromerzeugung betrachtet werden, sondern auch die Lebensqualität der Menschen vor Ort.
Unterstützung für den ländlichen Raum
Neben dem Thema Windkraft setzt sich Kowalski in seiner Stellungnahme auch für bessere Entwicklungsmöglichkeiten ländlicher Regionen ein.
Strasburg (Um.) soll nach seiner Auffassung stärker unterstützt werden – etwa bei Fördermitteln, beim öffentlichen Nahverkehr, bei der Digitalisierung und bei der wirtschaftlichen Entwicklung.
„Wenn wir wollen, dass Menschen im ländlichen Raum bleiben, dann müssen wir diese Regionen auch entsprechend stärken“, erklärt er.
Erster Wildkatzen-Nachweis in Vorpommern
Ein weiterer Punkt betrifft den Naturschutz. Im Raum Strasburg (Um.) wurde erstmals eine Europäische Wildkatze nachgewiesen.
Kowalski sieht darin einen wichtigen Hinweis darauf, dass die Region über wertvolle Natur- und Lebensräume verfügt. Diese müssten bei zukünftigen Planungen berücksichtigt werden.
Dabei gehe es nicht darum, jede Entwicklung zu verhindern. Vielmehr solle darauf geachtet werden, dass wichtige Lebensräume und Verbindungen zwischen Waldgebieten erhalten bleiben.
Blick auf die gesamte Region
Mit seiner Stellungnahme macht Bürgermeister Klemens Kowalski deutlich, dass er die Interessen Strasburgs (Um.) aktiv vertreten will.
Er unterstützt die Energiewende, fordert aber gleichzeitig einen fairen Umgang mit den Städten und Gemeinden, die bereits heute von zahlreichen Windkraftgebieten umgeben sind.
„Strasburg (Um.) darf nicht zum Lückenfüller werden, nur weil andere Regionen ihre Entscheidungen unabhängig voneinander treffen. Unsere Stadt braucht Entwicklungsmöglichkeiten, freie Räume und eine faire Behandlung. Dafür werde ich mich weiterhin einsetzen.“
Bürgermeister Kowalski fordert fairen Umgang mit Strasburg (Um.)
anco Lesezeit: 4 Minuten
