Elektronikmüll im Strasburger Stadtsee – wir suchen Zeugen

  anco   Lesezeit: 3 Minuten

elektronikmüll im strasburger stadtsee – wir suchen zeugen

Aufruf: Wer hat etwas gesehen?

Ende April wurde unser Stadtsee von Unbekannten verunreinigt. Im Wasser fanden sich kleine Plastikkerzen mit Knopfzellenbatterien, auf Holzstücke geklebt. Welche Absicht dahinterstand, wissen wir nicht. Sicher ist nur: Was hier in unseren See geworfen wurde, gehört dort nicht hin.

Warum das ein Problem ist. Knopfzellenbatterien enthalten Schwermetalle wie Quecksilber, Lithium oder Cadmium. Im Wasser zersetzen sie sich langsam, geben Schadstoffe an den See ab und gefährden Fische, Vögel und das gesamte Ökosystem. Auch chemisch behandeltes Holz und Plastik haben in einem Gewässer nichts zu suchen. Was einmal in einen See eingetragen ist, lässt sich kaum vollständig wieder entfernen. Am Ende ist der See als Ökosystem kaputt.



Kein Kavaliersdelikt. Müll in einem Gewässer abzulagern, ist gesetzlich verboten. Schon das Wegwerfen gewöhnlichen Abfalls in der Natur ist eine Ordnungswidrigkeit nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz und kann mit Bußgeldern von wenigen Euro bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Sobald gefährliche Stoffe wie Batterien oder behandeltes Holz hinzukommen und ein Gewässer betroffen ist, wird daraus eine Straftat: § 326 Strafgesetzbuch (Unerlaubter Umgang mit Abfällen) und § 324 Strafgesetzbuch (Gewässerverunreinigung) sehen Geldstrafen und Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren vor. Der Tatbestand ist bereits erfüllt, wenn die Verunreinigung nur droht – sie muss nicht endgültig nachgewiesen sein.

Unsere Heimat ist unser bestes Pfand. Die Schönheit unserer Landschaft, die Sauberkeit unserer Seen, die Ruhe unserer Wege – das zieht Menschen zu uns, hält Familien hier und gibt unserer Region eine Zukunft. Wer unsere Natur verschmutzt, beschädigt nicht nur die Umwelt. Er beschädigt das, was uns als Stadt ausmacht und worauf wir aufbauen wollen. Wer unserer Stadt etwas Gutes tun möchte, kann Unkraut ziehen und Müll sammeln.

Bitte helfen Sie uns. Wenn Sie etwas beobachtet haben, das mit dem Vorfall zusammenhängen könnte – Personen am See, ein Boot, ein Auto, eine Bemerkung aus dem Bekanntenkreis – melden Sie sich bitte. Auch eine kleine Beobachtung kann helfen. Sie können sich vertraulich an das Rathaus wenden oder direkt an die Polizei, die die Angelegenheit bereits aufgenommen hat.

Wer am See spazieren geht und ähnliche Gegenstände entdeckt, lässt sie bitte unberührt und meldet den Fundort. So können sie fachgerecht geborgen werden, ohne dass weitere Schadstoffe ins Wasser gelangen.

Ich danke allen, die mit offenen Augen durch unsere Stadt gehen, und allen, die sich um unsere Umwelt sorgen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Strasburg ein Ort bleibt, an den man gerne kommt – und an dem man gerne bleibt. 

Mit besten Grüßen
Klemens Kowalski
Bürgermeister der Stadt Strasburg (Uckermark)