Warum Vorsorge wichtig ist
Unwetter, Katastrophenfälle, Stromausfälle oder unterbrochene Lieferketten können den Alltag schnell ins Wanken bringen. Wer vorher plant, handelt im Ernstfall ruhiger, schützt Angehörige und entlastet Einsatzkräfte. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bündelt Empfehlungen, Checklisten und Praxiswissen zur persönlichen Vorsorge.
Baustein 1: Vorräte für 10 Tage
Planen Sie Lebensmittel und Getränke so, dass Sie zehn Tage ohne Einkauf auskommen. Orientieren Sie sich an etwa 2.000–2.200 kcal pro Person und Tag (Getreideprodukte, Hülsenfrüchte/Gemüse, Obst/Nüsse, Milchprodukte, Fisch/Fleisch/Eier, Fette/Öle). Getränke: mindestens 2 Liter pro Person und Tag. Passen Sie den Vorrat an Allergien, Diäten und Vorlieben an und rotieren Sie ihn regelmäßig (First-in/First-out).
Baustein 2: Notfallplan & Dokumente
Besprechen Sie Fluchtwege, Treffpunkte, Erreichbarkeiten und Zuständigkeiten in der Familie. Legen Sie eine Dokumentenmappe an (Ausweise, Versicherungen, wichtige Bescheide, Kontodaten, Medikamentenplan) – mit Kopien/Scans an getrennten Orten. Prüfen Sie Risiken im Wohngebiet (z. B. Hochwasser) und halten Sie wichtige Telefonnummern analog bereit.
Baustein 3: Notgepäck
Für schnelle Evakuierungen steht ein Rucksack bereit: persönliche Medikamente, Erste-Hilfe-Set, batteriebetriebenes oder Kurbel-Radio mit Ersatzbatterien, Taschenlampe, Wasserflasche, Verpflegung für 1–2 Tage, Essgeschirr/Dosenöffner, wetterfeste Kleidung/Decke, Arbeitshandschuhe, einfache Schutzmaske sowie Kopien wichtiger Dokumente und etwas Bargeld in kleinen Scheinen.
Baustein 4: Stromausfall – was hilft
Halten Sie Lichtquellen (Kerzen, Taschen-/Campinglampen), geladene Powerbanks, ggf. unabhängige Koch-/Heizmöglichkeiten und Brennstoffe bereit. Prüfen Sie: funktionieren Garagentor/Zutritt ohne Strom? Gibt es eine manuelle Entriegelung? Denken Sie an Hygieneartikel und einfache, lang haltbare Speisen, die ohne Kühlung/Zubereitung auskommen.
Hausapotheke & Hygiene
Ergänzen Sie Ihre Hausapotheke um verordnete Mittel, Schmerz- und Erkältungsmedikamente, Desinfektion, Fieberthermometer sowie Material zur Wundversorgung. Bevorraten Sie Seife, Wasch- und Toilettenpapier, Müllbeutel, Einweggeschirr und Handschuhe. Wichtige persönliche Bedarfe (Brillen, Kontaktlinsen, Hygieneartikel für Kinder) einplanen.
Information & Warnung im Ereignisfall
- NINA-Warn-App: behördliche Gefahren- und Wetterwarnungen mit Handlungsempfehlungen, regional konfigurierbar.
- Cell Broadcast, Radio, TV, Sirenen, Lautsprecherwagen: Offizielle Warnkanäle ergänzen App-Warnungen. Übungstage („Warntag“) schärfen das Bewusstsein und testen Systeme.
- Nachbarschaft & Kommune: Achten Sie auf lokale Hinweise, Aushänge, Lautsprecherdurchsagen und die Informationskanäle der Stadt/Gemeinde.
So starten Sie heute
- Checkliste ausfüllen, Vorratslücken schließen, Rotation planen.
- Familien-Notfallplan schriftlich festhalten, Kontakte und Treffpunkte eintragen.
- Notgepäck packen und griffbereit lagern.
- NINA installieren, Probewarnungen zulassen, Radio/Powerbank bereitlegen.
Offizielle Informationen & Materialien
Aktuelle Hinweise, Ratgeber und Downloads erhalten Sie direkt beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unter bbk.bund.de – darunter der „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln“ sowie „Meine persönliche Checkliste“ (digital/print).

