Was macht der Landwirt da eigentlich?

  anco   Lesezeit: 42 Minuten

was macht der landwirt da eigentlich?

Dreier-Regel in der Schweinehaltung und Ausbildung

 

Wie lange ist eine Sau tragend? Die Antwort auf diese beliebte Quizfrage und eine wichtige Tatsache in der landwirtschaftlichen Praxis lässt sich mit der sogenannten „Dreier-Regel“ merken. Denn eine Sau ist drei Monate, drei Wochen und drei Tage, also insgesamt 114 Tage, tragend.

 

Doch das ist nicht die einzige Zahl, die Auszubildende in der Landwirtschaft und damit künftige Facharbeiterinnen und Facharbeiter zu diesem Themengebiet wissen müssen. Auch die Zitzenzahl einer Sau ist ein wichtiger Faktor, denn sie entscheidet über die gesunde Entwicklung eines Wurfes. Als „Wurf“ bezeichnen wir Landwirte alle Ferkel einer Sau, die gemeinsam geboren werden. Das Ziel bei einer erfolgreichen Zucht ist, dass jedes Ferkel über eine funktionsfähige Zitze einen Zugang zur „Milchbar“ des Muttertiers erhält. Nur so können die Ferkel ausreichend Muttermilch aufnehmen und sich optimal entwickeln. Je nach Rasse und Tier kann die Anzahl der Zitzen zwischen 14 und 16 Stück variieren. Das ist praktisch, denn die durchschnittliche Wurfgröße bei Schweinen in Deutschland liegt bei circa 13,5 abgesetzten Ferkeln pro Wurf. So ist jedes Ferkel mit einer eigenen Zitze versorgt.

 

Nach der Geburt bleiben die Ferkel in der Regel drei bis vier Wochen bei der Muttersau, bis sie etwa 6 bis 8 Kilogramm schwer sind. Anschließend ziehen sie in den Aufzuchtstall um. Dort sind die ersten drei Wochen besonders entscheidend: Die jungen Tiere müssen sich an ihre neue Umgebung und das neue Futter gewöhnen. Landwirtinnen und Landwirte achten in dieser Zeit besonders sorgfältig darauf, dass die Umstellung möglichst stressfrei verläuft und die Ferkel keinen Durchfall bekommen. Dabei spielt auch die Fütterungsstrategie eine wichtige Rolle. Wurden die ersten drei Wochen im Aufzuchtstall gut gemeistert, bleiben die Ferkel im weiteren Verlauf meistens fitter.

 

Übrigens: Die Tierhaltung gehört fest zur Ausbildung von Landwirtinnen und Landwirten – ob mit Rindern, Geflügel oder Schweinen. Denn Tierhaltung und Pflanzenbau sind als Kreislauf in der Landwirtschaft eng miteinander verbunden. Es ist demnach wichtig, dass die Auszubildenden diesen Kreislauf ganzheitlich erlernen.

 

Kleiner Funfact an dieser Stelle: Auch auf einen ausgebildeten Landwirt/Landwirtin lässt sich die Dreierregel anwenden. Denn Landwirtinnen und Landwirten sind Allrounder für Pflanzen, Tiere und Technik. Das macht den Beruf so spannend und vielseitig.

 

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