Windpark südöstlich von Strasburg (Um.): Bürgermeinungen werden gehört

  anco   Lesezeit: 3 Minuten

windpark südöstlich von strasburg (um.): bürgermeinungen werden gehört

Die Diskussion um den geplanten Windpark südöstlich von Strasburg bewegt viele Menschen. Derzeit sammelt eine Bürgerinitiative Unterschriften gegen das Vorhaben. Bürgermeister Klemens Kowalski betont, dass alle eingereichten Unterschriften und Stellungnahmen ernst genommen und vollständig an die Stadtvertretung weitergegeben werden.
„Wenn Menschen sich für ihre Heimat und ihre Interessen einsetzen, dann ist das ein wichtiger Teil unserer Demokratie“, sagt Kowalski. Jede Meinung solle in die Beratungen einfließen.

Worum geht es eigentlich?
In den vergangenen Monaten wurden verschiedene Windkraftstandorte diskutiert. Dabei ist es wichtig zu wissen: Das früher geplante Windeignungsgebiet westlich von Strasburg wird nicht mehr verfolgt.
Beim aktuellen Vorhaben geht es um ein Gebiet südöstlich der Stadt. Darüber kann die Stadtvertretung selbst entscheiden.
Der Bürgermeister erinnert daran, dass bereits frühere Beratungen zum Thema Windenergie sehr intensiv geführt wurden. Unterschiedliche Meinungen habe es damals ebenso gegeben wie heute. Trotzdem sei stets sachlich um die beste Lösung für die Stadt gerungen worden.

Wer entscheidet?
Die Fachausschüsse der Stadt haben sich bereits mit dem Thema beschäftigt und Empfehlungen ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung trifft jedoch allein die Stadtvertretung.
„Die Verantwortung liegt bei den gewählten Stadtvertreterinnen und Stadtvertretern“, erklärt Kowalski. Sie müssen die verschiedenen Interessen sorgfältig gegeneinander abwägen.

Eine schwierige Entscheidung
Bei der Diskussion geht es nicht nur um Windkraft, sondern auch um die finanzielle Zukunft der Stadt.
Städte und Gemeinden sind gesetzlich verpflichtet, wichtige Aufgaben dauerhaft zu erfüllen. Dazu gehören unter anderem Schulen, Kindertagesstätten, Feuerwehr, Straßen und weitere öffentliche Einrichtungen.
Gleichzeitig steigen die Kosten vieler Aufgaben seit Jahren deutlich an. Deshalb muss die Stadtvertretung überlegen, wie notwendige Einnahmen künftig gesichert werden können.
Ein möglicher Windpark könnte zusätzliche Einnahmen für den städtischen Haushalt bringen. Ohne solche Einnahmen müssten langfristig andere Wege geprüft werden, um die gesetzlichen Aufgaben finanzieren zu können.
„Die Stadtvertreter entscheiden nicht darüber, ob diese Aufgaben erfüllt werden müssen, sondern darüber, wie sie finanziert werden können“, erläutert der Bürgermeister.

Einsatz für Strasburg (Um.)
Unabhängig von der aktuellen Diskussion setzt sich die Stadtverwaltung weiterhin dafür ein, dass Strasburg bei der Planung von Windkraftanlagen fair behandelt wird.
Bürgermeister Kowalski hat dazu eine Stellungnahme beim Regionalen Planungsverband eingereicht. Hintergrund ist die besondere Lage Strasburgs an der Grenze mehrerer Planungsregionen. Entscheidungen über Windkraftanlagen werden teilweise außerhalb des Einflussbereiches der Stadt getroffen.
Aus Sicht der Stadt dürfen weitere Planungen nicht dazu führen, dass Strasburg immer stärker von Windparks umgeben wird. Deshalb fordert die Stadtverwaltung, die noch freien Sichtachsen rund um Strasburg besonders zu berücksichtigen.

Respektvoll miteinander sprechen
Das Thema Windkraft löst unterschiedliche Reaktionen aus. Manche Bürgerinnen und Bürger lehnen den Windpark ab. Andere sehen darin eine Chance für die finanzielle Entwicklung der Stadt.
Bürgermeister Kowalski wirbt deshalb für einen respektvollen Umgang miteinander:
„Die Bürgerinitiative setzt sich engagiert für ihre Überzeugungen ein. Gleichzeitig tragen die Stadtvertreter Verantwortung für die gesamte Stadt und ihre Zukunft. Beide Seiten verdienen Respekt und Gehör.“
Die gesammelten Unterschriften sollen nach Möglichkeit zur nächsten Sitzung der Stadtvertretung am 25. Juni übergeben werden.

Text/Foto: Stadtverwaltung